Research


engl.: Auramaschinen

Why do some things appear extraordinary, precious, sacred, or unique to us? Does their distinctiveness lie solely within them—or does it also arise from the ways in which we encounter them: how we see them, how closely we are allowed to approach them, and how they are spatially highlighted? Can architecture help make the special status of an object credible and perceptible?

The research project Auramaschinen investigates the spatial production of such distinctiveness. It asks what role architecture plays in setting certain objects apart from their surroundings, focusing attention on them, and organizing particular relations of proximity and distance. Architecture is understood not as a neutral backdrop but as an operative medium: it organizes access and movement, structures proximity and distance, aligns bodies and objects with one another, and thereby creates spatial orders of perception and participation.

The project focuses on sacred spaces and museums in which objects accorded special status are presented—relics, altars, tombs, cult images, or autonomous works of art. It examines how encounters with these objects are spatially organized and how their special status is made perceptible. Sacred and museum spaces can thus be compared within a shared relational model of analysis.

Methodologically, the project combines architectural-historical spatial analysis with the art-historical study of objects. It analyzes the spatial relations between architecture, objects, and historical actors. The investigation ranges from early Christian basilicas to contemporary museum architecture. Case studies include Old St. Peter’s in Rome, Santiago de Compostela, Il Gesù in Rome, the Altes Museum in Berlin, the Museum of Modern Art in New York, and the Guggenheim Museum Bilbao.

“Aura machines” can be understood as historical configurations in which the distinctiveness of an object does not reside solely in the object itself, but in which its perception as something special is also produced through its spatial presentation.

dt.: Auramaschinen

Warum erscheinen uns manche Dinge als außergewöhnlich, kostbar, heilig oder einzigartig? Liegt ihre Besonderheit allein in ihnen selbst – oder entsteht sie auch dadurch, wie wir ihnen begegnen: wie wir sie sehen, wie nahe wir ihnen kommen dürfen und wie sie räumlich hervorgehoben werden? Kann Architektur dazu beitragen, den besonderen Status eines Gegenstands glaubhaft und sinnlich erfahrbar zu machen?

Das Forschungsprojekt Auramaschinen untersucht die räumliche Herstellung solcher Besonderheit. Es fragt, welche Rolle Architektur dabei spielt, bestimmte Objekte aus ihrer Umgebung herauszuheben, Aufmerksamkeit auf sie zu konzentrieren und besondere Verhältnisse von Nähe und Distanz zu organisieren. Architektur erscheint dabei nicht als neutraler Hintergrund, sondern als operatives Medium: Sie organisiert Zugänge und Bewegungen, gliedert Nähe und Distanz, richtet Körper und Objekte aufeinander aus und schafft damit räumliche Ordnungen von Wahrnehmung und Teilhabe.

Im Zentrum der Untersuchung stehen Sakralräume und Museen, in denen ausgezeichnete Objekte präsentiert werden – Reliquien, Altäre, Gräber, Kultbilder oder autonome Kunstwerke. Untersucht wird, wie dort die Begegnung mit diesen Objekten räumlich organisiert und ihr besonderer Status erfahrbar gemacht wird. Sakrale und museale Räume werden dabei innerhalb eines gemeinsamen relationalen Analysemodells vergleichbar.

Methodisch verbindet das Projekt die architekturhistorische Raumanalyse mit der kunsthistorischen Untersuchung von Objekten. Analysiert werden die räumlichen Relationen zwischen Architektur, Objekten und historischen Akteuren. Untersucht werden Räume von der frühchristlichen Basilika bis zur zeitgenössischen Museumsarchitektur. Zu den Fallstudien zählen unter anderem Alt-St. Peter in Rom, Santiago de Compostela, Il Gesù in Rom, das Alte Museum in Berlin, das Museum of Modern Art in New York und das Guggenheim Museum Bilbao.

Als „Auramaschinen“ lassen sich jene historischen Konfigurationen beschreiben, in denen die Besonderheit eines Objekts nicht allein in ihm selbst liegt, sondern seine Wahrnehmung als etwas Besonderes auch durch dessen räumliche Präsentation hervorgebracht wird.

Louvre-Scene from Bande à part by Jean-Luc Godard, 1964.